Arbeiten bei Hitze am Bau: Was du wissen solltest
- vor 7 Stunden
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Österreich erlebt derzeit nicht einfach ein paar heiße Sommertage, sondern bereits die mittlerweile dritte, außergewöhnliche Hitzewelle. Anfang August wurden gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen neue Temperaturrekorde gemessen: Zuerst wurde in Wien mit 41,0 °C ein neuer österreichweiter Höchstwert erreicht, kurz darauf meldete GeoSphere Austria in Bad Deutsch-Altenburg sogar 41,2 °C. Damit wurde der nationale Temperaturrekord innerhalb kürzester Zeit erneut übertroffen.
Für Menschen, die im Freien arbeiten, wird Hitze zu einem wiederkehrenden Sicherheitsrisiko – besonders auf Baustellen. Entscheidend ist nicht nur, was das Thermometer zeigt, es kommen mehrere Belastungen zusammen: körperliche Arbeit, direkte Sonneneinstrahlung, reflektierende Oberflächen, wenig Schatten und aufgeheizte Arbeitsbereiche. Auch UV-Strahlung spielt eine wichtige Rolle. Sie ist nicht sichtbar und wird deshalb oft unterschätzt. Reflektierende Oberflächen wie Metall, Glas oder Beton können die UV-Strahlung zusätzlich verstärken. Wer unter solchen Bedingungen arbeitet, braucht mehr als Durchhaltevermögen: Es braucht Planung, Schutzmaßnahmen und Aufmerksamkeit im Team.
Was Betriebe bei Hitze beachten müssen
Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich die Hitzeschutzverordnung. Sie betrifft Arbeitnehmer:innen, die im Freien arbeiten – also auch Beschäftigte auf Baustellen und auswärtigen Arbeitsstellen. Ziel ist, Menschen besser vor den Gefahren durch Hitze und natürliche UV-Strahlung zu schützen. Arbeitgeber:innen müssen Gefahren durch Hitze und UV-Strahlung ermitteln, beurteilen und passende Schutzmaßnahmen festlegen. Auf der Homepage der Arbeitsinspektion stehen dafür unter anderem Checklisten, ein Informationsblatt und eine Musterevaluierung für Baustellen zur Verfügung. Die Maßnahmen sollen je nach Hitzewarnstufe und tatsächlichen Temperaturen angepasst werden.
Was hilft bei Arbeiten in der Hitze?
Schutz vor Hitze beginnt nicht erst, wenn jemandem schwindlig wird. Wichtig ist, die Arbeit rechtzeitig zu planen und Belastungen zu reduzieren. Dazu gehört, schwere Tätigkeiten möglichst in kühlere Tageszeiten zu verlegen, Schatten zu nutzen oder zu schaffen, regelmäßige Pausen zu ermöglichen und ausreichend Trinkwasser bereitzustellen. Auch passende Kleidung und Sonnenschutz spielen eine wichtige Rolle. Bei Arbeiten im Freien nennt die Arbeiterkammer Kärnten unter anderem beschattete Arbeitsplätze, Information über Gesundheitsgefahren, UV-schützende Kleidung, geeignete Kopfbedeckung, Sonnenbrillen mit Seitenschutz und Sonnenschutzmittel als mögliche Schutzmaßnahmen.
Good to know
Am Bau gibt es zusätzlich eine Sonderregelung im Rahmen der Schlechtwetterregelung. Die WKO erklärt, dass die Schlechtwetterkriterien der BUAK für Hitze einen Grenzwert von 32,5 °C vorsehen. Dabei zählt die Schattenmessung der nächstgelegenen Wetterstation. Wichtig: Das bedeutet nicht automatisch, dass jede:r Beschäftigte ab 32,5 °C einen individuellen Anspruch auf Hitzefrei hat. Laut ÖGB kann Arbeit im Freien am Bau ab 32,5 °C eingestellt werden; die Entscheidung trifft derzeit aber der Arbeitgeber.

Sicherheit braucht Planung
Hitze am Bau ist mehr als ein Sommerthema. Es betrifft Gesundheit, Konzentration und Sicherheit auf der Baustelle. Wer Anzeichen von Hitzestress ernst nimmt, Pausen ermöglicht und Schutzmaßnahmen umsetzt, schützt nicht nur einzelne Personen, sondern den gesamten Arbeitsablauf. Gerade an heißen Tagen gilt: Sicher arbeiten heißt auch, Belastung rechtzeitig zu erkennen.
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